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Buchtipp - Tanz in den Tag

Faszinierend, wie Katherine Pancol diesen Roman in der Gegenwart - Narratives Präsens - schreibt und virtuos mit den Erzählperspektiven spielt...

       *Katherine Pancol 

 

         Hier Link erfährst Du mehr über die Autorin.

 

 


 Dieses Buch - ein Geschenk meiner Freundin - begeistert mich! Man kann die Figuren und den Inhalt mögen, oder auch nicht, doch wie *Pancol das "Handwerk des Schreibens" umsetzt, ist für angehende Autoren sehr lehrreich. Ein sogenanntes 'Frauenbuch', welches mehrere Frauenschicksale - lebendig und nah bei den Figuren erzählt - verknüpft. Es ist spannend und vor allem, es ist virtuos geschrieben. 



Einstieg - Erste Satz:

"Was sind die Menschen doch hässlich!" entfährt es Hortense seufzend, während sie das Fernglas auf ihrer Nasenspitze nachjustiert. "Kein Wunder, dass ich so erfolgreich bin..."

 

 

Und schon sind wir Leser mitten drin in der Geschichte. Die Autorin setzt uns in die Szene, ohne davor zu erklären, wer - was - wie und wo; ich bin ihr dankbar. Erst als ich Katherine Pancol gegoogelt habe, realisierte ich, dass "Tanz in den Tag" auf drei vorherigen Romanen aufbaut. Sie liegen zur Zeit auf meinem Küchentisch und warten... (Der Roman ist jedoch auch sehr gut verständlich ohne die vorherige Lektüre der andern drei).



Angenehm zu lesen ist auch, dass Pancol den ganzen Roman in der Gegenwart schreibt und dadurch ins schlichte Präteritum (Vergangenheit) wechseln kann, ohne eine Vorvergangenheit zu brauchen (Plusquamperfekt - hatte, hatte, hatte...)


Monolog & Dialog

 

Sie spielt wunderbar mit den Werkzeugen 'Monolog' und 'Dialog', die mir das Empfinden vermitteln, bei den Figuren dabei zu sein. Die Charaktere der Figuren werden gerade auch dadurch sehr gut sicht-, ja fühlbar.


 

 

Die Figuren werden im Roman

sowohl durch Monolog (*pass auf Maman...) als auch durch Dialog

treffend und differenziert dargestellt, ergänzen glaubwürdig die Persönlichkeit der Figuren in der Geschichte.  

Seite 1 - Hortense & Gary

 

Sie macht eine Pause. Beugt sich nach vorn, als hätte sie unten auf der Strasse ein elegantes Exemplar erspäht und richtet sich enttäuscht wieder auf. 

"Um in diesem Beruf Erfolg zu haben, muss man total irre sein. Eine Feldflasche mit Koks dabeihaben, Pluderhosen tragen, einen Muff aus Zebrafell und neonfarbene Stulpen... Aber ich bin nicht irre."

"Hast du keinen Hunger?",  fragt Gary erneut und stützt sich in nachdenklicher Pose auf den Ellenbogen.

Seite 157 - Stella & Léonie 

 

Jeden Abend rückt Stella den Stapel wieder gerade, *pass auf, Mama, irgendwann fällt noch alles runter! Mit einem mageren Finger, der aus dem dicken Verband herausschaut, schlägt Léonie den Takt.

"Als ich noch klein war. weisst du, da hatte ich ein Klavier. und ich spielte... oh, nicht besonders gut, das nicht, aber es war, als würde ich in einen Traum eintauchen. Ich nahm das Klavierspielen sehr ernst, ich hatte ein Metronom mit einem goldenen Wappenschild darauf und Partituren, ich hatte sogar einen Klavierlehrer. Aber irgendwann ist er gegangen. So wie alle Leute aus unserem Haus. Früher oder später sind sie alle gegangen."



Das Spiel mit der Perspektive - Seite 16/17 - findest Du hier.


Womit ich persönlich bei der Lektüre Mühe hatte

Manchmal werden mir die Aufzählungen zu ausschweifend - anschaulich in dem Beispiel oben reihen sich 6 Begriffe aneinander (...zwischen den Malakofftorten, den Bergen von Schlagsahne, den Obstkuchen, den Biskuitrollen, dem Baisergebäck und den Kuchen mit weisser Zuckerglasur...).

 

Und, es gibt viele wichtige Figuren. Irgendwann - etwa in der Hälfte des Buches - hätte ich es beinahe beiseite gelegt, da ich erst nicht bereit war, mich nochmals auf ein neues Schicksal einzulassen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es bei den bisherigen Figuren weiter geht. Die Andeutungen und Cliffhanger sind jedoch gelungen und auch ihr Schreibstil hat mich im Endeffekt so verführt, dass ich das Buch nicht weg legen konnte. Zum Glück, denn es hat sich wirklich gelohnt. 

 

Doch, es bleibt für mich sehr lehrreich & sehr lesenswert

Apropos Cliffhanger: die letzten Seiten des Buches habe ich mit angehaltener Spannung gelesen und gleichzeitig die Enttäuschung bekämpft, dass es nur noch wenige Seiten dieser lebendig geschriebenen und packenden Geschichte zu lesen gibt. und dann war ich paff. Wie kann eine Autorin so enden? Wie kann sie mich dermassen stehen lassen? Ratlos las ich den Klappentext, dann den hinteren Buchumschlag um dort auf das zu stossen, was ich überlesen hatte: "Tanz in den Tag" ist der erste Band der erfolgreichen Muchchas-Triologie. Tags darauf hielt ich bereits die nächsten beiden Bände in der Hand, es lohnt sich. Im zweiten Band ist mir noch mehr aufgefallen, wie meisterhaft gekonnt und unaufdringlich schlicht Katherine Pancol ihr Schreib-Handwerk beherrscht. 


Hast Du selbst ein Buch gelesen, welches anschaulich zeigt, wie das Handwerk des Schreibens angewandt wird?

 

Oder Eines, das die 'No Gos' sichtbar macht? 

 

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