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Tagebuch - wozu?

 Aus Wikipedia Tagebuch (falls Du zum Artikel möchtest, klicke auf "Tagebuch")

 

Ein Tagebuch, auch Diarium (lat. diarium) oder Memoire (frz. mémoire „schriftliche Darlegung“, „Denkschrift“), ist eine autobiografische Aufzeichnung, also ein Selbstzeugnis in chronologischer Form. Es wird oft nicht mit dem Ziel einer Veröffentlichung geschrieben. Publizierte Tagebücher, oft für diesen Zweck verfasst, sowie literarische oder fiktionale Werke in dieser Form bilden das Genre der Tagebuchliteratur.

 

Was beschäftigt Dich die Tage?

 

Wir stecken vermutlich in einer der schwierigsten Zeiten, die die Schweiz erlebt hat. Bisher sind wir – im Vergleich zu andern – meist gut weggekommen, sei es im 1. wie im 2 Weltkrieg, sei es Hungersnot, Erdbeben, Tsunamis, Terroranschläge oder "herrschsüchtige Politiker". Doch dieses Mal trifft es auch uns. Jeder von uns ist betroffen. Wir stehen in dieser Pandemie zurzeit an 4. Stelle der Weltliste. Die Massnahmen zum Schutz einer noch grösseren Verbreitung werden verständlich, auch wenn es gleichzeitig Trauer, Angst und bei manchen sogar Wut oder Panik verursacht.

 

Wir sollten nicht aus dem Haus, wissen nicht, wohin das Ganze führt, wie lange es wirklich dauert. Mir kommt Rilkes Gedicht vom schwarzen Panter in den Sinn. Vielleicht können wir dies auch als Chance nutzen, um kreativ zu werden, um zu schreiben.

 

Ein guter Moment um Tagebuch zu schreiben?

 

Einerseits hilft es beim Verarbeiten der momentanen Situation, gibt Dir einen «Gesprächspartner», andererseits hast Du dadurch gleichzeitig eine Materialsammlung für Deine Geschichten, Deinen Roman, Kinderbuch, Krimi, Thriller… siehe auch den Blogartikel Journal mit Anregungen dazu. 

 

Gedanken und Tipps wie Du einfach startest – oder «Neues» in Dein Tagebuch einfliessen lässt.

 

Tagebücher sind persönlich, individuell und so verschieden, wie jede*r Einzelne von uns. Du kannst darin schreiben, malen, Fotos einkleben, Stichworte und Aufzählungen anbringen. Textpassagen aus Artikeln, Federn und Stoffbilder dazwischen legen… es gibt keine Grenzen.

Das "automatische" Schreiben

Schreib einfach auf, was Dir in den Sinn kommt, ohne zu zensurieren oder zu gestalten (écriture automatique). Dies ist eine Art Brainstorming für alles, was in Deinem Kopf rumschwirrt. Es führt Dich hinter das Gedankenkarussell zu dem, was Dich kreativ werden lässt, zu Deiner Fantasie und dem, was dir Spass macht. Es kann Dich auch tiefer in Dein Thema führen, das, was Dich in der Tiefe *beschäftigt (*Siehe unten: Schreiben kann heilen – verarbeitendes Schreiben).

 

Die «klassische» Form

Schreib Geschehnisse des Tages auf, Deine Gedanken, Gefühle und Reflexionen dazu. Schreib auf, was toll war, mühsam, frustrierend. Bei vielen beginnt bereits hier der Gestaltungswille, der Gedanke im Kopf: «Was, wenn das jemand liest? Ist es spannend oder eher doof? Zu Intim und persönlich? Könnte es x oder y verletzten? Sollte ich noch etwas Nettes dazu schreiben? Und gerade dies ist in der Regel nicht der Sinn des Tagebuches, denn es sollte Dein ganz persönlicher Schreibfreund sein, dem du ALLES anvertrauen kannst. Ansonsten wären wir beim Literarischen Tagebuch. Daher: Geheim also 😉 Später kannst Du dies immer noch für biografische oder fiktive Texte nutzen.

 

"Light" Version

zum Beispiel - Jeden Tag kurz 3 Erlebnisse festhalten – vielleicht auch:

Ein Anspruchsvolles, ein Ungewöhnliches und eines, das schön oder besonders war.

 

Auch hier kannst Du Bilder, Collagen, Zeichnungen etc. hinzufügen.

 

Du kannst Dein Tagebuch am Computer, auf dem Handy, dem Tablet, oder ganz klassisch in einer Klade (Journal für Autoren), einem Tagebuch mit Schloss, einem Ordner nach Themen untergliedert oder einem schönen Heft mit Fotos dazu, schreiben.

 

«Ich-Ordner»

In einem «Ich-Ordner» kannst Du auch notieren, was bei Dir ansteht, was Du verändern möchtest, wie Du es angehen wirst und wie es Dir gelingen sollte. Nach einem gewissen Zeitraum schreibst du daneben, wie es sich wirklich verändert hat, vielleicht auch, was für Dich hilfreich dabei war. 

· Immer wieder ärgere ich mich über….

· Ständig beschäftigt mich…

· Es wäre gut, wenn…

Schreiben kann heilen – verarbeitendes Schreiben

Das Führen eines Tagebuchs hilft stets auch bei der Verarbeitung und dem Loslassen von «doofen» Gedanken. Sich etwas «von der Seele schreiben» ist befreiend.

 

Aus Wikipedia (Tagebuch)

Studien haben gezeigt, dass das Schreiben von Tagebüchern einen heilenden Effekt haben kann, besonders bei der Verarbeitung negativer Erfahrungen. Dies wird durch das Freigeben verborgener Gefühle bewirkt oder indem der Schreiber eine andere Perspektive zu dem Problem einnimmt. Das Tagebuch schreiben wird auch als therapeutische Methode eingesetzt (Schreiben als Therapie, Poesietherapie). Hierbei wird in der Regel keine Veröffentlichung angestrebt, sondern es steht der Veränderungsprozess des Schreibenden durch das Verfassen seiner Aufzeichnungen im Vordergrund.

Was tun, wenn Dich «dunkle Themen» erwischen und gefangen halten?

Das Tagebuch soll dem Sammeln von Erlebtem und Erinnerungen, der Verarbeitung, der Selbstreflexion und dem Loslassen dessen, was einem beschäftigt, dienen. Nicht jedoch dem «Hineinfallen» in anspruchsvolle Themen und Gefühle. Es soll hilfreich dabei sein, diese nieder zu schreiben, jedoch nicht dazu führen, dass man von ihnen vereinnahmt wird. Wenn du jedoch bemerkst, dass Dich dunkle Schleier einzuhüllen beginnen, dann ist es besser, eine Pause einzulegen. Tief Ein- und Auszuatmen und Dir dabei bewusst zu werden, dass dies «nur» alte Gefühle und Empfindungen sind. Du die anspruchsvolle Situation bereits durchgestanden hast. Du heute «nur» die Erinnerung aufschreibst und auch wenn sich die Gefühle gerade sehr real anfühlen, doch diejenigen sind, die Du damals in dieser Situation empfunden hast. Und, Gefühle sind wie Hunde, sie werden nicht erwachsen, fühlen sich an, wie zu Kinderzeiten, können überwältigen, sehr real wirken, obwohl das schwierige Erlebnis vorbei ist. Es hilft, sie zuzulassen und zu fühlen, dabei dennoch versuchen ruhig zu atmen und meist lösen sie sich kurz danach wieder auf, befreien jedoch nun die Erinnerung von ihrer Schwere.  

 

In Zeiten von Corona

In dieser Krisenzeit, die wir momentan durchleben, ist es sicher auch hilfreich aufzuschreiben, wofür du trotz dieser belastenden Situation dankbar bist – Dinge wie: Gesund sein, genug zum Essen, niemand betroffen, der nah steht... Du hast mehr Zeit für Dinge, die du immer wieder aufschieben musstest. Keinen Stress durch den Stau am Morgen oder Abend, Du weisst schon 😉

 

Ich wünsche Dir viel Freude beim Schreiben!

Sei es Tagebuch, Sammlungen von Gerüchen, Gefühlen, Atmosphäre etc. (Journal), Kurzgeschichten oder Deinem Roman.

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