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Schreiben - Die einfachste Sache der Welt! Wirklich?

So fing's an...

Klar, wir haben in der Schule alle Schreiben gelernt und auch die Aufsätze haben uns gezeigt, wie eine Geschichte sein soll. Was uns damals jedoch keiner sagte, war, dass es hierbei nicht wirklich um die Geschichten selbst ging, sondern darum, ob wir klar formulieren können, einen Gedanken logisch und verständlich aufbauen und nicht irgendwo abschweifen oder den Faden verlieren. Es war eine gute Vorbereitung für die spätere Arbeitswelt, in der wir logisch und strukturiert Themen darlegen müssen, Geschäftsbriefe eingängig formulieren und an einer Sitzung argumentieren, warum wir etwas so oder anders machen würden. Es ging weder darum, unserer Fantasie freien Lauf zu lassen, noch darum, die Kreativität zu fördern oder uns literarisch zu schulen, um mit unseren Geschichten Leser in Bann zu ziehen, um in die Welt der Figuren einzutauchen, gar anzuregen und zu unterhalten. Darüber wurde uns nichts gelehrt, darum ging es nicht. Und mir ist natürlich bewusst, dass es ab und an auch andere Lehrer gab.

 

Selber denken?

In der Schule ging es um strukturiertes Denken, klaren Aufbau und geschlossenes Fazit. Ein selber Denken in vorgegebenem Rahmen. Nicht zu frech, nicht zu angepasst. Es ging darum, einen angemessen Schreibstil zu entwickeln, der die Botschaft des Aufsatzthemas erläuterte auf den Punkt brachte. Manchmal ging es um Nacherzählungen – Themen wie: unser Sonntagsausflug – und um Sozialisation, im Wissen, worüber man nicht schrieb, weil es in dieser Gesellschaft nicht «stattfindet». Oder kanntest Du jemanden, der den Mut hatte, zu schreiben, dass es keine Sonntagsausflüge gab? Man den ganzen Tag vor dem Fernseher verbrachte, oder auf dem Bett mit einem Buch vor der Nase, oder das Zimmer aufräumen musste, weil keiner Zeit hatte? Das es mühsam war am Wochenende, weil gestritten und geschimpft wurde? Solche Aufsätze schrieb meiner Meinung nach keiner, zumindest nicht zu meiner Zeit 😉

 

Ich selbst mag mich erinnern, dass es immer Mal wieder hiess, du hast zu viel Fantasie, so geht das nicht, vielleicht ging es Dir ja auch so… Mit der Zeit wusste ich, was die Lehrer wollten und schrieb entsprechend.

 

Das kleine Flämmchen

Bei Vielen ist dadurch die Freude am Erfinden von Geschichten abhanden gekommen. Die Kreativität und der Wunsch danach versteck(t)en sich hinter der Sorge: «Das kann ich ja eh nicht, das interessiert ja doch keinen». Das Vertrauen in die eigene Kreativität und Erzählkunst ist bei Vielen «verloren» gegangen oder dimmt so als kleines Flämmchen in uns, als Wunsch zu erzählen, zu fabulieren und Romane zu schreiben.

 

Wie war das als Kind? 

Wenn ich kleinen Kindern zuschaue – ab etwa 3 bis circa 7, 8 Jahren – (gerade auch im Theaterspiel, welches ich früher anbot) die miteinander spielen, dann fliesst eine unglaubliche Kreativität, Spontanität und Vorstellungskraft. Da wird «zack» in eine Rolle geschlüpft: «Du bist jetzt ein Prinz und ich eine Bettlerin und du ein Hund und wir sind auf einem Schiff, das untergeht… und so weiter…». Also, eine Energie, die als grundsätzlich gegebenes Feuer in uns lodert, doch leider oft im Rahmen der Sozialisation und im «Sog» der Pflichten ins Unterbewusste verschwand oder dort vor sich hindümpelt.

 

Goethe und Co.

Zudem sind viele im Deutschsprachigen Raum überzeugt, dass, wenn man die Fähigkeit zum literarischen Schreiben hätte, dann würde man es einfach machen und es würde auch einfach toll rauskommen. Sozusagen wie bei Goethe, Schiller und Co. Was jedoch die Meisten ausser Acht lassen, ist, dass gerade Goethe viele Schreiberlinge hatte, die jedes seiner Worte akribisch genau aufschrieben und danach wurden diese Texte überarbeitet und das Meiste «entsorgt». Auch war weder Schiller noch Goethe und die Meisten von Co. nicht berufstätig, mussten sich keine Gedanken um ihren Lebensunterhalt machen und hatten Angestellte, die ihnen zudienten. Zudem lebten sie in einer Zeit, in der Bildung noch den oberen Zehntausend vorbehalten war, was die Konkurrenz wunderbar auf ein Minimum begrenzte. Auch wurden erst durch das Bildungsbürgertum Geschichten zur Unterhaltung beliebt und man war dankbar für jedes Buch, dass einem die langen Winterabende – ohne TV – verkürzte. Ok, vielleicht etwas übertrieben, doch da ist schon was dran, weil wir uns mit diesen (und anderen) Meistern, die anscheinend vom Himmel gefallen sind, messen und enttäuscht sind, wenn der erste Entwurf nicht wie ein gelungenes Werk daherkommt. In vielen andern Sprachräumen ist es klar, dass die Vorstellungskraft und Fantasie ein wichtiger Aspekt des Lebens, der Bildung und der Lösungsfindung ist und in den Schulen wird Theater sowie literarisches Schreiben ab der Grundschule unterrichtet. Beneidenswert und toll, was für Bücher aus diesen Ländern auf den Markt kommen und zum Glück auch ins Deutsche übersetzt werden. Leider messen wir uns auch mit denen und werden oft noch mutloser, ohne zu bedenken, dass die Fähigkeit überzeugend und literarisch zu Schreiben von Kind auf gelernt wurde.

 

Schreib einfach!

Und dann ist da noch der «Innere Antreiber», der mir zuraunt: «Schreib einfach, es ist ganz einfach, andere tun’s auch!». Genau, und damit meint er natürlich, dass wir ja in der Schule gelernt haben zu schreiben und zu formulieren. Dass wir auch in Bücher lesen und fühlen, wie einfach es ist, da wir die Arbeit dahinter nicht kennen. Nicht umsonst heisst es: «Was einfach zu lesen ist, war schwer zu schreiben.» Wir wissen es nicht, wir spüren nur, wie angenehm und erfreulich ein gut geschriebener Text zu lesen ist und da er so leicht in uns eindringt, glauben wir, dies nun auch so umsetzen zu müssen.   

 

«Helfer»

Nicht umsonst nutz(t)en viele Autoren und Autorinnen Alkohol, Canabis, gar Morphium und was sonst noch vermeintlich die Barriere zur Kreativität überwindet, in der Hoffnung, dass sie im Rausche die Muse küsst und am Ende das Kunstwerk auf dem Tisch liege. Vielleicht helfen dem einen oder andern solche Mittel zeitweilen die Angstschwelle vor dem "Versagen" zu senken, doch bei den Meisten wird der Inhalt dadurch nicht besser 😉

 

 

 

 

Meine Suche - Meine Berufung

Auf der Suche nach meiner Kreativität habe ich mehr und mehr die Erfahrung gemacht, dass wir sie alle noch irgendwo in uns verborgen haben, samt der Sehnsucht danach. Ich bin durch meine eigenen Ausbildungen unterdessen überzeugt, dass auch das Handwerk des Schreibens erlernbar ist (was ich – zu meiner Freude – immer und immer wieder in den Schreibkursen bestätigt bekomme). Daher habe ich Schreibimpuls im Austausch mit Kursteilnehmenden und durch die Beobachtung ihrer Schreib-Entwicklung und Erfolge aufgebaut und weiter entwickelt, in der Hoffnung, diese Freude am Kreieren, Erfinden, Fabulieren und Gestalten eigener Geschichten-Welten zu wecken, zu fördern und die Schreibenden fachlich und durch meine Erfahrungen unterstützen zu können. Und, ich bin auch überzeugt, dass die Antwort auf die Frage nach dem eigenen Talent im Wunsch Geschichten und Romane zu schreiben, zu suchen und finden ist.

 

Und Du?

Ich würde gern erfahren, wie es Dir damit geht? Wo stehst Du beim Schreiben und Erfinden von Geschichten an? Was fehlt Dir, um «unbeschwert» ins Schreiben zu kommen? Was brauchst Du, um Deine Figuren zum Leben und Erleben zu erwecken?


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