Mirellia

Es war viel los auf dem Hof der Schule. Alle waren auf dem Weg in den Unterricht, voller Hektik, niemand schaute sich wirklich um. Ausser Mirellia. Sie genoss die Briese, die ihr um das Gesicht wehte, als ob es eine zarte Berührung wäre. Hörte die vielen Stimmen der Natur, spürte die sanften Sonnenstrahlen des Frühlings der ihre Müdigkeit verscheuchen wollte und ihr bezauberndes Lächeln wieder ins Gesicht zauberte. Als sie tief Luft holte roch sie die vielen Gerüche der Natur; die feuchte Erde, die Blumen die ihre Blüten öffneten um ihren Duft mit der Welt zu teilen. Besonders ein Geruch nahm sie intensiv war. Es war ein erdiger Geruch aber nicht nach Wald. Dieser Geruch, wenn sie ihn den mal wirklich roch, verursachte bei ihr einen wohligen Schauer. Wie sehr würde sie endlich wissen wollen, woher dieser Geruch stammt. Nun sah sie doch auf und bemerkte, dass sie noch die einzige war die vor dem Schlossgelände umherschlenderte. Sie besass zum Glück die Sondergenehmigung. Sie durfte dem Unterricht fernbleiben, wenn sie stattdessen selbst übte. Ihre Mitschüler waren ihr gegenüber sehr misstrauisch. Bei niemandem ist nach Eintritt der Pubertät die Magie erwacht. Es passierte stattdessen sehr häufig, das schon Säuglinge Magie benutzen konnten. Deshalb hatten sie hier sogenannte Sucher. Sie fanden jeden mit Magie, ob diese sie nun Kontrollieren konnten oder nicht.

 

Ein Zuckerflügler Pärchen flog auf sie zu und umkreiste sie. Jetzt im Frühling war auch bei diesen kleinen niedlichen Vögeln die Paarungszeit. Unter dem Jahr schmeckte die Luft durch ihre Flügelschläge Zuckersüss. Aber jetzt, da das Männchen wohl ein Weibchen gefunden hatte, konnte man beinahe denken, dass es Zucker direkt auf die Zunge streute. Das Weibchen hingegen verstärkte ihren Zuckergeschmack nichtweiter, sondern liess ihre Flügel so glänzen, als ob sie sich in Zucker gewälzt hätte. Deshalb hiessen diese Kolibri-artigen Geschöpfe, Zuckerflügler. Mirellia musste sich ein Kichern verkneifen, als das Weibchen, dass seine Flügel noch nicht ganz in Zuckerglanz getaucht hatte, auf ihrer rechten Schulter platznahm und sachte an ihrer langen roten Strähne, die sie hatte seit die Magie in ihr erwachte, zupfte. Mirellias Lachen hallte über den Hof und die Luft schien davon angestachelt zu werden. War es vorher eine kleine Briese, so war es nun ein sanfter Wirbelwind, der über den Hof fegte, Mirellias Haar zerzauste. Als sie sich wieder einigermassen unter Kontrolle hatte beruhigte sich die Luft auch wieder.

 

Er schaute ihr noch nach. Er wusste, dass sie ihn Roch. Aber auch, dass sie nicht wusste, dass es sein Geruch war. Er roch sie immer, noch bevor er sie überhaupt sah. Oft sah er ihr zu, wenn sie über den Hof ging, unter der alte Trauerweide sass oder wenn sie der Natur lauschte und genüsslich Entspannte. Sie war wahrlich merkwürdig Einzigartig. Sie selbst sah sich eher als Anomalie, was sie aber zu akzeptieren schien. Sie nahm nicht wahr, wie mächtig sie war. Oder sie schenkte ihren Fähigkeiten zu wenig Beachtung. Die Zuckerflügler waren eigentlich so schnell, dass man sie kaum wahrnehmen konnte, selbst für Vampire war es schwer. Sie sah sie und diese reagierten auf sie. Er hatte das schon einige Male bei ihr beobachten können, auch bei anderen Tieren. Doch sie selbst bemerkte es nicht einmal richtig. Sie nahm es einfach an. Als Mirellia anfing zu lachen reagierte die Luft sofort darauf. Wo sie vorher so sanft war, als wollte sie ihr Zuneigung schenken, wurde sie übermütig und spielerisch. Kaum ein Magier, Hexe geschweige denn ein Zauberer oder Zauberin konnten ein Element beherrschen ohne einen Pakt, Spruch oder Zauberformel zu benutzen. Bei ihr schien es jedoch, als ob die Luft nur darauf wartete auf ihre Emotionen zu reagieren. Er war sich nicht sicher, aber glaubte, dass sie die sogenannte Stimme der Erde hören oder fühlen konnte. Auch das war schon lange keine Fähigkeit mehr, die man häufig antreffen konnte. So wie die normal Sterblichen, vernachlässigten auch die Magieanwender die Natur immer mehr, sodass Natur nur noch selten ihre Gunst an jemanden Verschenkte.

 

Selbst als er sie nicht mehr sah, roch er sie noch. Das machte ihn beinahe wahnsinnig. Warum reagierte sein Blut so auf sie? Verächtlich schnaubte er und schüttelte ab sich selbst den Kopf.

 

„Da bist du ja! Das Direktorenpaar wünscht uns zu sehen. Ich glaube es ist dringend“ Erik war der einzige der es irgendwie schaffte sich ihm so zu nähern, ohne dass er es bemerkte.

 

„Sag mal, was starrst du denn eigentlich so aus dem Fenster?“ einer seiner Mundwinkel verzog sich zu einem spöttischen Grinsen.

 

„Lass uns gehen. Die Direktoren lässt man besser nicht warten.“ Sagte er grummelnd und stapfte davon. Erik sah im leicht Grinsend nach, ehe er sich umdrehte und nochmal aus dem Fenster schaute und versuchte das Lachen so gut wie möglich zu unterdrücken, dass sich von seinem Bauch zur Brust hochschob. Es gelang ihm nicht sehr gut. Er setzte zum Sprint an und folgte Gallik, der den Gang hinunter schlurfte.

 

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