Beste Freunde

Leise fielen die Flocken auf die Erde nieder. Bedeckten die Strassen und Wiesen der kleinen Stadt mit einem weissen Teppich. Die braunen Äste bekamen eine Manteldecke angezogen und die Laternenlichter erschienen durch die kleine Schneekappe in einem weichen Glanz. Es wurde ruhiger und man spürte das die Betriebsamkeit des Alltags sich etwas legte. Eine friedliche Stimmung, die durch das fröhliche Kinderlachen bei ihren Schnellballschlachten und einem freudigen Bellen von den Hunden unterbrochen wurde. Langsam kam die Nacht in die Stadt und die Kleinen liefen durchnässt aber glücklich nach Hause. Keiner beachtete den älteren Mann, auf der kleinen roten Bank, die zwischen den schneebedeckten Bäumen stand. Karl sass zusammengesunken da mit einer braunen warmen Jacke und dem bunten Schal, die genug Wärme von aussen gaben. Seine Strickhandschuhe umfingen die etwas kalten Finger und die festen Schuhe gaben ihm Trockenheit an den Füssen die guttat. Der Schwarze Hut, tief ins Gesicht gezogen, um sich so vor dem Wind zu schützen. »Eigentlich müsste er sich auf den Nachhauseweg machen, nur wo war das? » dachte er betrübt.

 

Seit seine geliebte Frau Luise nicht mehr bei ihm war, verlor er alle Freude dieser Welt. Er vermisste alles, ihr tröstlicher Händedruck, die Ermahnungen, ihre liebevolle Art bei ihm und mit ihm zu sein. Das Glänzen in ihren Augen, ihr herzliches Lachen. So in Gedanken bemerkte Karl zuerst gar nicht, dass er einen kleinen Besucher vor sich hatte. Der wollige Knäuel sass einfach da, schaute ihn, ohne sich zu bewegen an. Langsam hob dieser seine rechte Pfote und berührte den Arm des alten Mannes. Erstaunt über diese Geste öffnete dieser seine Augen. Sofort erkannte er den kleinen Kerl mit den braunen Flecken auf dem Fell. Dieser Vierbeiner begleitet ihn heute schon den ganzen Nachmittag, als ob er auf ihn aufpassen wollte. » Hast du denn auch kein gemütliches Zuhause mehr? « Sachte nahm er die Pfote des Hundes in seine Hände und dieser hechelte vor Freude und Dankbarkeit das er endlich beachtet wurde. « Na du, wer hat dich denn zu mir geschickt und wie wohl dein Name Ist? Was meinst du, Wuschel würde doch zu dir passen? » Das laute Bellen sollte wohl die Zustimmung sein.

 

Der kleine forderte Aufmerksamkeit von ihm, behutsam stand er auf, streichelte ihm über den Kopf «ich komme ja schon. » Gemeinsam spazierten die beiden Richtung Park wo nur noch einzelne Personen sich befanden. Der Hund sprang freudig hin und her. Er sah Karl dabei mit grossen Augen an, als ob er Angst hätte das er ihm davonlief.  

 

Der Park sah an diesem Abend magisch aus, einzelne Bäume waren mit Lichterketten bestück und die Laternen zeigten den Weg zum anderen Ende des Parks. Es hatte aufgehört zu schneien, dafür schien der Mond und tausende von Sternen über der Stadt. Hinab zu dem alten Mann und dem kleinen Hund inmitten des Parks. Doch dieser hatte keinen Blick dafür. Beim alten grossen Steinbrunnen machte er halt. Seine Gedanken flogen wieder zu Louise und den beiden Kindern. Es war eine schöne Zeit mit der kleinen Familie. Als die zwei Auszogen, wurde es still im Hause. Doch auch diese Zeit brachte viele gemeinsame, schönen Stunden. Er vermisste sie und vor allem der kleine Tim sein Enkel. Einen Augenblick kam der Gedanke, «Wird es bald Zeit für die letzte grosse Reise? «

 

Karl legte sich auf den Boden, die weisse Pracht wurde zu einer weichen Unterlage. Schaute in den Sternenhimmel, entdeckte den grossen Kristallklaren Stern, es kam ihn vor als würde er direkt auf ihn scheinen, war das ein Gruss von oben? «Ach, meine Gute wie wäre Ich doch gerne bei dir, ich bin müde und einsam, du fehlst so sehr. » Langsam schlossen sich die Augen. Lebensbilder erschienen ihm als wäre es jetzt in dem Augenblick. Kerzenschein in der warmen Stube, Luise die ihren spielenden Kindern zusah, das kleine Haus mit dem Blumengarten, den bunten Regenbogen der wie eine Brücke zum Himmel zeigte. Alles war friedlich und voller Wärme.

 

Die feuchte Schnauze auf seinem Gesicht und der kleine Schubs von Wuschel brachte ihn wieder an den Ort zurück, zum Leben. Er streichelte dem flauschigen Kerl über den Kopf. «Entschuldige, natürlich bist du da, Ja wir werden es uns ab heute gemütlich machen. « Übermütig sprang der in den Schnee, zeigt seine weisse Schnauze was der alte Herr zum Schmunzeln brachte und sein Herz erwärmte. Belustigt formte Karl Schnee zu Schneebällen und warf einen um den anderen in die kalte Luft als wollte er mit seiner Luise eine Schlacht Liefern. Trollte mit dem neuen Freund im tiefen Schnee, lachend, wie ein kleiner übermütiger Junge sass er da auf dem Boden. Die Kleider weiss bedeckt und der Hut auf der Wiese. Wuschel daneben den Kopf auf seinen Beinen. « Das war lustig, danke¨» Karl spürte es in seinem inneren, die Zeit war noch nicht da, um zu gehen. Luise hatte ihm eine neue Aufgabe geschickt. Mit seinen Händen kraulte er das Fell des Hundes «komm kleiner wir gehen nach Hause, es wird Zeit diesen gemeinsamen Weg zu gehen. »

 

So findest Du uns:

Schreibimpuls ca. 3 Minuten ab Bahnhof Uster zu Fuss  & von der Autobahnausfahrt Uster Nord - im 2. Stock / Parkplätze in der Nähe 

Zugverbindungen - SBB Fahrplan

 

14'     ab Zürich HB

11'     ab Zürich Stadelhofen

07'     ab Wetzikon

25'     ab Rapperswil

27'     ab Winterthur

Schreibimpuls

 

Silvana Jecklin

Neuwiesenstr. 9a

8610 Uster

 

impu@bluewin.ch

+41 79 837 73 71